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Warum wir tun, was wir tun

Willi Plattes über das neue Buch „Zukunft mit der Datenmacht des Mittelstands“ und einen neuen Bereich auf , der sich nur mit dem Recht rund um die digitale Sicherheit von Unternehmen befasst.

Autor: Willi Plattes LinkedIn
Erstveröffentlichung: 28. September 2026
Lesezeit: 4 Min.
KI-Illustration: Stephan Röttger, Willi Plattes und Sven Dieball basteln an der KI-Zukunft

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Liebe Mandantinnen und Mandanten,

Sie haben in diesen Tagen vielleicht zwei Dinge aus unserem Haus gesehen, die auf den ersten Blick nichts mit Steuern und Recht zu tun haben. Ich habe ein neues Buch geschrieben: „Zukunft mit der Datenmacht des Mittelstands“. Und unsere Wissensplattform ist in neuer Form online – mit einem neuen Bereich, der sich nur mit dem Recht rund um die digitale Sicherheit von Unternehmen befasst.

Ein Buch über Daten. Eine Rechtsdatenbank über Cybersicherheit. Aus einer Steuer- und Rechtskanzlei auf Mallorca. Sie fragen sich vielleicht: Was soll das?

KI ist keine Mode

Wir haben in Europa erlebt, wie Suchmaschinen, soziale Netzwerke, Smartphones und die Cloud zu Grundbausteinen unserer Wirtschaft wurden. Wir nutzen das alles. Geprägt haben wir es nicht. Wir sind hervorragende Anwender geworden – Gestalter waren andere.

Bei der Künstlichen Intelligenz droht sich das zu wiederholen. Nur wären die Folgen diesmal größer. Denn KI ist keine einzelne Software. Sie schiebt sich in nahezu jede wirtschaftliche Tätigkeit hinein – auch in Recht und Steuerberatung.

Fünf Jahre – mehr liegt zwischen uns und dem Jahr 2031 nicht. Für Unternehmer ist das fast nichts. Wer heute entscheidet, lebt 2031 mit den Folgen. Ich sage das nicht, um Angst zu machen. Ich sage es, weil es für uns selbst gilt.

Wir haben uns mit KI nicht beschäftigt, weil sie in Mode ist. Wir haben uns damit beschäftigt, weil wir vor einer sehr einfachen Frage standen: Sind wir in fünf Jahren noch ein relevanter Marktteilnehmer? Ein Steuerberater, ein Rechtsanwalt wird künftig nicht deshalb wertvoll sein, weil er viele Informationen besitzt. Informationen werden durch KI immer leichter zugänglich. Der Wert entsteht dort, wo jemand daraus eine belastbare Entscheidung ableitet, Risiken abwägt und Verantwortung übernimmt. Wer nur noch Informationen weiterreicht, wird überflüssig. Wer KI nutzt, um schneller zu besseren Urteilen zu kommen, bleibt gefragt.

Also haben wir KI in die eigene Organisation geholt. Nicht als Experiment, sondern in den täglichen Betrieb. In unseren Arbeitsabläufen, bei der Kommunikation über Ländergrenzen hinweg, beim Prüfen von Verträgen, beim Aufbereiten Ihrer Sachverhalte. Und dabei haben wir etwas gelernt, das mir wichtiger erscheint als jede Software.

Der eigentliche Wert unserer Kanzlei steckt nicht in den Programmen. Er steckt in dem, was wir in über 25 Jahren gesammelt haben: Fälle, Entscheidungen, Erfahrungen, Fehler, Zusammenhänge. Dieses Wissen war da. Aber es lag verstreut – in Postfächern, in Ordnern, in Köpfen. KI hat uns gezwungen, es zu ordnen. Und daraus ist ein Gedächtnis des Unternehmens geworden.

Genau das gilt für jedes Ihrer Unternehmen. In jedem Betrieb liegt Wissen, das sich nicht kopieren lässt. Es steht nicht im Internet. Es ist über Jahrzehnte entstanden. Und es liegt zu großen Teilen brach. Darin liegt der Vorteil, den der Mittelstand gegenüber jedem Technologiekonzern hat – wenn er ihn nutzt.

Cybersicherheit ist Chefsache

Es gibt aber eine zweite Seite. Und die haben wir nicht aus eigener Klugheit gelernt, sondern auf die harte Tour.

Die PlattesGroup ist zweimal Ziel von Cyberangriffen geworden, die wir ohne Datenverlust abwehren konnten. Die Lehre daraus: Je stärker ein Unternehmen sein Wissen digital verfügbar macht, desto wertvoller wird es – auch für Angreifer. Resilienz heißt nicht, jeden Angriff zu verhindern. Das ist eine Illusion. Resilienz heißt, handlungsfähig zu bleiben, wenn etwas schiefläuft.

Als Rechts- und Steuerberatung haben wir dann gefragt, was wir immer fragen: Was gilt rechtlich? Und da wurde es unübersichtlich. Datenschutz, die europäischen Sicherheitsvorgaben, die neue KI-Verordnung, Haftung des Geschäftsführers, Versicherungsrecht, Arbeitsrecht. Fast alles davon betrifft nicht die IT-Abteilung, sondern die Geschäftsleitung persönlich.

Wir haben es durchgearbeitet. Weit über 800 Stunden juristischer Arbeit, rund 28.000 Begriffe, laufend aktualisiert. Das Ergebnis heißt CyberPedia und steht ab heute auf unserer .

Das Buch erklärt, warum man diese Fragen überhaupt stellen sollte. Es richtet sich an Unternehmerinnen und Unternehmer, die keine Techniker sind und keine werden wollen.

Und noch etwas: Seit über sechs Monaten arbeiten wir mit der Deutschen Telekom und T-Systems zusammen. Wir bringen rechtliches Wissen und mittelständische Erfahrung ein, die Telekom ihre technische Kompetenz. Über die Ergebnisse werden wir Sie informieren.

Was heißt das für Sie? Wir haben uns mit KI beschäftigt, weil wir sonst nicht wüssten, ob wir in fünf Jahren noch Marktteilnehmer sind. Wir haben uns mit Sicherheit beschäftigt, weil wir angegriffen wurden. Und wir haben uns mit dem Recht beschäftigt, weil das unser Handwerk ist.

Dasselbe sollte für Sie gelten. Nicht in fünf Jahren. Heute. Stellen Sie sich deshalb drei Fragen.

  1. Welches Wissen besitzt Ihr Unternehmen, das andere nicht haben?
  2. Wie kann dieses Wissen mit Künstlicher Intelligenz besser genutzt werden?
  3. Was passiert, wenn morgen ein wesentliches digitales System nicht mehr funktioniert?

Wer darauf klare Antworten hat, ist weiter als manche Organisation mit einem hundertseitigen Strategiepapier.

Auf unserem Mandelblüten-Event vom 28. bis 30. Januar 2027 hier auf Mallorca vertiefen wir diese Fragen und zeigen Lösungen – mit Rechtsanwälten, Fachleuten und Vorständen von Telekom und T-Systems. Wir würden uns freuen, Sie zu begrüßen.

Das ist der Grund, warum wir tun, was wir tun.

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