Mehr als die Hälfte der deutschen Unternehmen setzt im Geschäftsalltag bereits Künstliche Intelligenz ein oder plant die Einführung für das kommende Jahr. Empfohlene Sicherheitsmaßnahmen bleiben dabei aber oft auf der Strecke. Das ist eines der Hauptergebnisse einer Befragung, die das Bundesamt für Sicherheit und Informationstechnik (BSI) und der TÜV-Verband in Auftrag gegeben und in der nun im Oktober veröffentlichten KI-Sicherheitsstudie 2026 ausgewertet haben. Befragt wurden 505 Personen, die in ihren Unternehmen für die KI-Nutzung, IT-Sicherheit oder die allgemeine Geschäftsführung verantwortlich sind.
Mehr als die Hälfte setzt auf KI
Knapp vier Jahre nach der Veröffentlichung von ChatGPT sind bei 49 Prozent der befragten Unternehmen KI-Anwendungen im Einsatz. Weitere 9 Prozent planen die Einführung für die kommenden zwölf Monate. In den die KI nutzenden Unternehmen sind am häufigsten fertige Anwendungen wie ChatGPT, Copilot oder Canva im Einsatz. Die üblichsten Verwendungsgebiete sind die Erstellung von Texten, Bildern oder Code (96 Prozent) sowie die Auswertung von Daten (53 Prozent). Nur 31 Prozent nutzen die Möglichkeiten der KI auch dazu, die IT-Sicherheit zu verbessern oder Cyberangriffe abzuwehren.
Viele Angriffe, wenig Schutzmaßnahmen
Überhaupt greifen die Schutzmaßnahmen oft zu kurz, wie die Autoren der Studie anmerken: "In der Cyberabwehr wird das Potenzial von Künstlicher Intelligenz noch längst nicht ausgeschöpft", wird Dr. Dirk Stenkamp, Präsident des TÜV-Verbands, in der Studie zitiert. "Das schafft eine offene Flanke, denn während Angreifer mit KI schneller und zielgerichteter werden, muss auch die Cyberabwehr technologisch nachziehen." BSI-Vizepräsident Thomas Caspers ergänzt: "Wer KI einsetzt, muss auch wissen, wo ihre Schutzmechanismen versagen." Nur in 59 Prozent der Unternehmen, in denen KI benutzt wird, gibt es laut der Studie interne Richtlinien für den Einsatz.
Hoher Schulungsbedarf
Etwa jedes sechste deutsche Unternehmen habe in den vergangenen zwölf Monaten einen Cyberangriff oder Betrugsversuch registriert, bei dem Künstliche Intelligenz nach Einschätzung der Befragten eine Rolle gespielt hat. In den allermeisten Fällen kamen bei diesen Angriffen täuschend echte Phishing-Mails zum Einsatz.
Die meisten Unternehmen sind sich der Tatsache bewusst, dass in Sachen Sicherheit bei der Anwendung und Integration von KI große Defizite bestehen. 76 Prozent sehen für den eigenen Betrieb Weiterbildungsbedarf. 71 Prozent aller befragten Unternehmensvertreter fühlen sich in Hinblick auf die Anforderungen des AI Acts schlecht informiert.
Konkrete Tipps für Unternehmen
Am Ende des 63-seitigen Berichts geben die Verfasser konkrete Ratschläge, wie das Thema KI und Cybersicherheit in deutschen Unternehmen angegangen werden sollte:
- KI-Kompetenz gezielt aufbauen: Die Schulung der Mitarbeitenden wird als eine der wichtigsten Maßnahmen angeraten. Nach wie vor sind unüberlegte Klicks der Mitarbeiter das häufigste Einfallstor für Cyberangriffe.
- Das Thema zur Chefsache machen: Der Einsatz von KI und die Verbesserung des Cyberschutzes müssen auf höchster Ebene entschieden und verantwortet werden. Die Umsetzung kann in einzelne Abteilungen delegiert werden.
- Digitale Souveränität stärken: Dazu gehört, die Handlungsfähigkeit auch im Notfall zu sichern und Abhängigkeiten im Voraus zu reduzieren.
Weiterführende Informationen zum Thema
- CyberPedia: Warum sich eine Steuerkanzlei mit Cybersicherheit beschäftigtDas Thema gehört längst in die Chefetage eines jeden Unternehmens. Die PlattesGroup hat das als international vernetzte Kanzlei verstanden und ihre Hausaufgaben gemacht. Das Ergebnis ist die CyberPedia: Die ständig aktualisierte Rechtsdatenbank über Anforderungen aus europäischem und nationalem Recht – mit Checklisten, Anleitungen und Quellen.
- Cyberpedia – Wissensdatenbank für die GeschäftsleitungWas wir als familiengeführte Kanzlei aus der Jahrhundertchance gemacht haben.
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