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Modelo 190: Jahresübersicht der Einbehalte aus Arbeit und beruflicher Tätigkeit

Autor: Willi Plattes LinkedIn
Erstveröffentlichung: 16. September 2021 · Letzte Aktualisierung: 18. September 2026
Lesezeit: 12 Min.

Kurz & klar

Modelo 190 fasst in Spanien jährlich bestimmte IRPF-Einbehalte und Empfängerdaten zusammen. Es ersetzt weder die monatliche oder vierteljährliche Autoliquidation Modelo 111 noch die Zahlung. Für ejercicio 2025 galt die Frist vom 1. Januar bis 2. Februar 2026. Null-Einbehalte können dennoch meldepflichtig sein; Korrekturen erfolgen getrennt.

Das Modelo 190 ist die spanische Jahresinformation über bestimmte Einbehalte und Zahlungen auf Rechnung der Einkommensteuer natürlicher Personen (IRPF). Es führt die im Kalenderjahr gemeldeten Vergütungen nach Empfängern, Einkunftsarten und Einbehalten zusammen. Die Erklärung betrifft nicht nur normalen Arbeitslohn und ersetzt weder die periodische Autoliquidation noch die tatsächliche Einzahlung der einbehaltenen Beträge.

Was ist Modelo 190 und wozu dient es?

Modelo 190 ist ein resumen anual, also eine empfängerbezogene Jahresübersicht. Der Zahler meldet darin insbesondere Arbeitslohn, bestimmte Vergütungen aus wirtschaftlichen Tätigkeiten, Preise, einzelne Vermögensgewinne, Einkünftezurechnungen aus Bildrechten und bestimmte steuerfreie Bezüge. Für jeden Empfänger werden die passenden Beträge, Einbehalte und Klassifikationsmerkmale angegeben.

Die Erklärung ist keine persönliche Einkommensteuererklärung des Arbeitnehmers, Freiberuflers oder sonstigen Empfängers. Sie ist auch keine Jahresabrechnung, mit der eine offene Quellensteuerschuld bezahlt wird. Diese Trennung ist für die Praxis entscheidend:

  • Modelo 111 erklärt und zahlt die einschlägigen IRPF-Einbehalte monatlich oder vierteljährlich.
  • Modelo 190 stellt die Jahresdaten nach Empfängern und Vergütungsarten dar.
  • Die Empfängerbescheinigung informiert die einzelne Person über ihre Daten.
  • Der Empfänger berücksichtigt die bescheinigten Angaben in seiner persönlichen Steuererklärung, soweit sie dort relevant sind.

Modelo 190 Spanien: Wer muss die Jahresmeldung abgeben?

Zur Abgabe verpflichtet sind natürliche Personen, juristische Personen und sonstige Einheiten einschließlich öffentlicher Verwaltungen, wenn zwei Voraussetzungen zusammenkommen: Sie sind nach den IRPF-Regeln zum Einbehalt oder zu einer Zahlung auf Rechnung verpflichtet und sie zahlen eine Vergütung, die in den sachlichen Bereich des Modelo 190 fällt.

Damit ist nicht allein die Rechtsform ausschlaggebend. Arbeitgeber gehören zum typischen Pflichtigenkreis, doch auch Selbstständige oder Unternehmen können bei Zahlungen an Freiberufler und andere erfasste Empfänger einbehaltungspflichtig sein. Umgekehrt führt eine betriebliche Zahlung nicht automatisch zum Modelo 190, wenn die Vergütungsart einem anderen Modell zugewiesen ist.

Für Arbeitgeber auf Mallorca bezeichnet die Suchformel „Modelo 190 Lohnsteuer“ nur einen wichtigen Teil der Erklärung. Neben Beschäftigten können beispielsweise Freiberufler, bestimmte land- oder forstwirtschaftliche Leistungserbringer, Verwaltungsratsmitglieder oder Preisempfänger eigene Datensätze benötigen.

Welche Vergütungen gehören in Modelo 190?

Der sachliche Bereich reicht weiter als eine reine Lohnsteuerliste. Einzubeziehen sind insbesondere:

  • Arbeitslohn einschließlich der in der Anleitung bezeichneten steuerfreien Reise- und Fahrtkosten,
  • Vergütungen für bestimmte berufliche Tätigkeiten,
  • bestimmte land-, vieh- und forstwirtschaftliche Tätigkeiten,
  • bestimmte gewerbliche Tätigkeiten in objektiver Ermittlung,
  • bestimmte Einkünfte aus geistigem oder gewerblichem Eigentum, technischer Unterstützung, beweglichen Gütern, Betrieben, Minen, Untervermietung solcher Güter oder Bildrechten, wenn sie beim Empfänger Tätigkeitseinkünfte sind,
  • bestimmte Preise aus Spielen, Wettbewerben, Verlosungen oder Zufallskombinationen,
  • bestimmte Vermögensgewinne von Anwohnern aus der Waldnutzung öffentlicher Flächen,
  • die besondere Einkünftezurechnung bei Bildrechten sowie
  • bestimmte steuerfreie Arbeits- und Tätigkeitseinkünfte.

Müssen Zahlungen ohne tatsächlichen Einbehalt gemeldet werden?

Ja, wenn die Vergütung ihrer Art nach in Modelo 190 gehört. Die Jahresinformation umfasst auch erfasste Zahlungen, bei denen wegen ihrer Höhe tatsächlich nichts einbehalten wurde oder nach den geltenden Regeln ein Einbehaltungssatz von null anzuwenden war. Ein Betrag von null im Feld für den Einbehalt macht den Empfängerdatensatz daher nicht automatisch entbehrlich.

Das ist von einer leeren Periodenerklärung zu unterscheiden. Beim Modelo 111 ist eine negative Autoliquidation vorgesehen, wenn im Monat oder Quartal zwar einschlägige Vergütungen gezahlt wurden, aber kein Einbehalt anfiel. Wurden im betreffenden Zeitraum überhaupt keine einschlägigen Vergütungen gezahlt, wird keine vollständig leere Modelo-111-Autoliquidation eingereicht.

Welche Zahlungen gehören ausdrücklich in andere Jahresmodelle?

Sachverhalt Periodenmodell Jahresinformation
Erfasste IRPF-Arbeits- und Tätigkeitseinkünfte sowie weitere Modelo-190-Kategorien regelmäßig Modelo 111 Modelo 190
Einbehalte auf Miete oder Untervermietung städtischer Immobilien eigenes Miet-Einbehaltungsmodell Modelo 180
Bestimmte Vorsorgebeiträge ohne Zahlung auf Rechnung nach Artikel 102.2 RIRPF nicht als Modelo-190-Sachlohn Modelo 345
Bestimmte IRNR-Einkünfte von Nichtresidenten ohne spanische Betriebsstätte Modelo 216 Modelo 296

Die Zuordnung zu Modelo 216 und 296 folgt nicht allein aus einer ausländischen Anschrift. Steuerstatus, Betriebsstätte und Einkunftsart sind zu prüfen. Der besondere Bildrechtsfall nach Artikel 92 Absatz 8 des spanischen Einkommensteuergesetzes bleibt ausdrücklich im Katalog des Modelo 190.

Welche Empfängerdaten, claves und subclaves werden benötigt?

Für jeden Empfänger erfasst die Erklärung Identifikationsdaten, das Jahr der Einkünfteentstehung, die Provinz, Geld- und Sachbezüge sowie Einbehalte oder Zahlungen auf Rechnung. Jede Zahlung wird außerdem mit der passenden clave und subclave klassifiziert.

Abhängig von dieser Klassifikation können weitere Angaben erforderlich sein, etwa zur Vertrags- oder Beschäftigungsart, zu Reduktionen, abzugsfähigen Kosten, persönlichen und familiären Umständen oder spezialisierten Vergütungsmerkmalen. Hat dieselbe Person Zahlungen unter unterschiedlichen claves oder unterschiedlichen subclaves derselben clave erhalten, wird für jede Kombination ein eigener Empfängerdatensatz angelegt.

Vor der Einreichung sollten mindestens folgende Ebenen zusammenpassen:

  1. Identität und Steueridentifikationsnummer des Empfängers,
  2. Vergütungsart und passender Schlüssel,
  3. Geld- oder Sachbezug und Bruttobetrag,
  4. Einbehalt oder Zahlung auf Rechnung,
  5. bei Vorjahresnachzahlungen oder -rückzahlungen das ursprüngliche Jahr der Einkünfteentstehung sowie
  6. die für den Schlüssel verlangten Zusatzdaten.

Was änderte sich für ejercicio 2025?

Für die Jahresmeldung 2025 greifen zwei Änderungspakete zusammen. Sie dürfen zeitlich nicht vermischt werden.

Welche Änderung aus Orden HAC/1432/2024 gilt erstmals für 2025?

Erstmals für ejercicio 2025 wurde die clave C für Arbeitslosenleistungen weiter aufgeteilt:

  • C.07 erfasst sonstige Leistungen mit Beitragscharakter,
  • C.08 sonstige Leistungen, Zuschüsse oder Hilfen ohne Beitragscharakter und
  • C.09 den Fall, dass derselbe Empfänger im Jahr Leistungen aus mehr als einer der zuvor unterschiedenen Arten bezogen hat.

Die übrigen Änderungen dieser Order galten bereits erstmals für ejercicio 2024. Dazu gehören Anpassungen beim Ceuta-/Melilla-/La-Palma-Feld, bei Reduktionsangaben und bei der Kennzeichnung bestimmter über den Freibetrag hinausgehender Aktienzuwendungen von Start-up-Unternehmen. Sie bleiben Bestandteil des Datensatzes 2025, sind aber keine erstmals 2025 einsetzenden Änderungen.

Welche zusätzlichen Änderungen brachte Orden HAC/1431/2025?

Diese Order gilt erstmals für Modelo 190 des ejercicio 2025 und die Folgejahre. Sie entfernte den bisherigen Formular-Anhang I und aktualisierte mehrere Datensatzbereiche. Besonders relevant sind:

  • aktualisierte Provinzbezeichnungen,
  • eine neue Aufteilung der clave B für Pensionen und andere Leistungen mit den subclaves 03, 04 und 99,
  • eine differenziertere clave K für Preise und bestimmte Waldnutzungsgewinne mit den subclaves 01, 03, 04 und 05,
  • ein zusätzliches Feld für bestimmte Arbeitsvergütungen aus der Verwaltung von Fonds mit besonderen wirtschaftlichen Rechten sowie
  • Pflichtkennzeichen zu den im Jahr bezogenen Leistungsarten bei B.01.

Eine Datei für ejercicio 2025 muss deshalb das Design berücksichtigen, in dem sowohl die erstmals wirksame C-Aufteilung aus HAC/1432/2024 als auch die Änderungen aus HAC/1431/2025 enthalten sind.

Wie wird das resumen anual Modelo 190 in Spanien mit Modelo 111 abgestimmt?

Der Abgleich beginnt nicht mit einer pauschalen Gleichheitsformel. Modelo 111 ist periodenbezogen und enthält zusammengefasste Autoliquidationsdaten; Modelo 190 verteilt die Jahresdaten auf Empfänger und Schlüssel. Trotzdem müssen beide Ebenen wirtschaftlich erklärbar zusammenpassen.

Eine belastbare Abstimmung arbeitet in vier Schritten:

  1. Monatliche oder vierteljährliche Modelo-111-Autoliquidationen nach Perioden zusammenstellen.
  2. Geld- und Sachbezüge, Einbehalte und Zahlungen auf Rechnung aus Lohn-, Honorar- und Zahlungsdaten nach Empfängern gliedern.
  3. Nullsätze, steuerfreie Beträge, Rückzahlungen, andere Jahresmodelle und abweichende Jahre der Einkünfteentstehung gesondert ausweisen.
  4. Erst danach die Summen und Abweichungen zu Modelo 190 dokumentieren.

Ein Unterschied ist nicht automatisch ein Fehler. Er darf aber nicht ungeklärt bleiben. Steuerfreie, nur in der Jahresinformation erfasste Beträge, die Abgrenzung anderer Modelle und Rückzahlungen früherer Jahre sind gesondert abzustimmen. Ein Einbehalt von null allein erklärt dagegen keine Differenz der Vergütungssummen: Auch einschlägige gezahlte Vergütungen ohne Einbehalt gehören in Modelo 111. Ebenso verschiebt ein abweichendes ejercicio de devengo eine im Meldejahr ausgezahlte Nachzahlung nicht aus dessen Modelo-111-Abstimmung.

In welches Jahr gehört eine Zahlung?

Vier Zeitpunkte können auseinanderfallen: die wirtschaftliche Entstehung der Vergütung, ihre Fälligkeit, die tatsächliche Zahlung und der Einbehalt. Nach der allgemeinen RIRPF-Regel entsteht die Einbehaltungspflicht bei Zahlung. Der Empfänger ordnet den Einbehalt dagegen dem Zeitraum der zugrunde liegenden Einkünfte zu.

Die Anleitung zum Modelo 190 verlangt grundsätzlich die im Jahr gezahlten Vergütungen, deren Entstehung oder Fälligkeit in diesem ejercicio liegt. Das Feld ejercicio de devengo wird nur ausgefüllt, wenn im Meldejahr Nachzahlungen mit Entstehung oder Fälligkeit in einem Vorjahr gezahlt werden oder Beträge zurückgezahlt werden, die ursprünglich in einem Vorjahr entstanden. Außerhalb dieser beiden Fälle ist das Feld mit null zu füllen. Bei Nachzahlungen, Streitfällen oder Rückzahlungen darf deshalb nicht allein das Datum der Bankbuchung entscheiden.

Besondere Vergütungsarten können eigene Zeitregeln haben. Werden Beträge aus einem früheren Jahr nachgezahlt oder bereits gezahlte Beträge zurückgefordert, sind Einkunftsart, Entstehungsjahr und Vorzeichen zusammen zu prüfen. Eine schematische Gleichsetzung von Zahlung, Fälligkeit und Meldeperiode kann sowohl Modelo 111 als auch Modelo 190 verfälschen.

Welche Modelo 190 Frist gilt in Spanien für ejercicio 2025?

Die allgemeine elektronische Abgabefrist läuft vom 1. bis 31. Januar des Folgejahres. Für ejercicio 2025 nennt die spanische Steuerbehörde AEAT konkret den Zeitraum vom 1. Januar bis 2. Februar 2026. Der 2. Februar war damit das konkrete Fristende dieser Kampagne und ist keine dauerhaft allgemeine Februarfrist.

Nur wenn die Internetübermittlung innerhalb der regulären Frist aus technischen Gründen nicht möglich war, darf sie während der vier folgenden Kalendertage erfolgen. Diese Regel ist keine frei verfügbare Verlängerung. Für jedes neue Meldejahr ist das konkrete Kalenderfenster erneut bei der AEAT zu prüfen.

Wie wird die Erklärung elektronisch eingereicht?

Modelo 190 wird elektronisch über das Internet übermittelt. Juristische Personen, öffentliche Verwaltungen und andere zertifikatspflichtige Organisationen identifizieren sich mit einem anerkannten elektronischen Zertifikat. Natürliche Personen, die nicht aus anderem Grund ein Zertifikat verwenden müssen, können auch Cl@ve nutzen.

Grundsätzlich wird je Erklärendem und ejercicio eine Erklärung abgegeben. Weitere Übermittlungen sind als zulässige Ergänzung oder Ersetzung einzuordnen. Speichern, Validieren oder Exportieren einer Datei ist noch keine Einreichung. Maßgeblich ist die bestätigte Übermittlung mit Empfangsnachweis und sicherem Prüfcode.

Wie wird ein fehlerhaftes Modelo 190 berichtigt?

Der technische Weg hängt davon ab, wie die ursprüngliche Erklärung eingereicht wurde.

Berichtigung nach Einreichung über das Webformular

Im Webformular wird die bereits eingereichte konsolidierte Erklärung geladen. Dort können Empfängerdatensätze hinzugefügt, geändert oder gelöscht werden. Eigene Kästchen für eine ergänzende oder ersetzende Erklärung gibt es in diesem Ablauf nicht. Nach einer Web-Ersteinreichung werden auch die späteren Änderungen über diesen Weg vorgenommen.

Berichtigung nach Dateiübermittlung

Bei Datei-TGVI sind Ergänzung und Ersetzung strikt zu unterscheiden:

  • Eine declaración complementaria fügt Vergütungen hinzu, die in der früheren Erklärung vollständig fehlten. Sie überschreibt keine falschen Felder.
  • Eine declaración sustitutiva ersetzt eine fehlerhafte Erklärung vollständig. Vor der neuen Ersatzerklärung muss die zu ersetzende Erklärung über den vorgesehenen Vorgang abgemeldet werden.

Nach jeder Änderung sind auch die periodischen Autoliquidationen, Zahlungen und Empfängerbescheinigungen zu prüfen. Ein korrigiertes Modelo 190 ändert diese Ebenen nicht automatisch.

Wie wird ein Fehler im Modelo 111 korrigiert?

Führt der Fehler im Modelo 111 zu einem höheren einzuzahlenden Betrag, wird für denselben Monat oder dasselbe Quartal eine ergänzende Autoliquidation mit den vollständigen korrigierten Daten eingereicht. Es wird nicht lediglich ein isolierter Differenzbetrag in ein beliebiges Feld gestellt.

Hat die ursprüngliche Autoliquidation den Pflichtigen benachteiligt oder wurde zu viel gezahlt, sieht die veröffentlichte Modelo-111-Anleitung einen Antrag auf Berichtigung nach Artikel 120 Absatz 3 LGT beziehungsweise auf Erstattung einer rechtsgrundlosen Zahlung nach Artikel 221 Absatz 4 LGT vor. Dieser Antrag geht an die zuständige AEAT-Stelle; eine ergänzende Autoliquidation ist für eine solche Korrektur zugunsten des Pflichtigen nicht der richtige Weg.

Welche Bescheinigung erhält der Empfänger?

Der Einbehaltungspflichtige stellt jedem Empfänger eine Bescheinigung über die vorgenommenen Einbehalte oder Zahlungen auf Rechnung und die weiteren für die Jahresmeldung bestimmten Angaben bereit. Sie muss vor Beginn der persönlichen IRPF-Erklärungsfrist verfügbar sein.

Die Bescheinigung sollte nach einer relevanten Modelo-190-Korrektur erneut geprüft werden. Wurde etwa der Bruttobetrag, der Einbehalt, die clave, die subclave oder das Entstehungsjahr berichtigt, kann auch die bereits ausgestellte Empfängerinformation falsch sein.

Welche Folgen haben Verspätung, Falschangaben oder Nichtzahlung?

Die spanische Abgabenordnung unterscheidet mehrere Tatbestände. Ein verspätetes Modelo 190 ohne wirtschaftlichen Schaden kann als verspätete allgemein verlangte Informationserklärung nach Artikel 198 LGT behandelt werden. Dort sind grundsätzlich 20 Euro je fehlendem Datensatz oder Datensatzgruppe zu derselben Person oder Einheit vorgesehen, mindestens 300 und höchstens 20.000 Euro. Bei freiwilliger verspäteter Einreichung ohne vorherige Aufforderung werden Sanktion sowie Mindest- und Höchstgrenze halbiert.

Unvollständige, unrichtige oder falsche Angaben werden nach Artikel 199 LGT anders beurteilt. Die Rechtsfolge hängt insbesondere davon ab, ob nichtmonetäre oder monetäre Daten betroffen sind, wie hoch die fehlerhaften Beträge und Fehlerquoten sind und ob eine Wiederholung vorliegt. Eine pauschale Sanktion für jeden Fehler wäre deshalb irreführend.

Fehlt zugleich die Einzahlung aus einer periodischen Autoliquidation, liegt eine andere Ebene vor. Beruht die Steuerverkürzung auf einer fehlenden oder unrichtigen Selbstveranlagung, kann Artikel 191 LGT greifen; bei einer wirksamen freiwilligen Nachmeldung ohne vorherige Aufforderung ist Artikel 27 LGT zu prüfen. Eine rechtzeitig und richtig erklärte, lediglich nicht bezahlte Modelo-111-Schuld fällt dagegen nicht allein deshalb unter Artikel 191: Hier gelten grundsätzlich die Beitreibungsregeln und Zuschläge nach Artikeln 161 und 28 LGT. Die fehlende Übergabe der Empfängerbescheinigung ist wiederum ein eigener Tatbestand und wird nach Artikel 206 LGT mit einer festen Geldbuße von 150 Euro sanktioniert.

Welche Jahresendkontrolle ist sinnvoll?

  1. Pflichtigenkreis und Vergütungsarten feststellen.
  2. Empfängeridentitäten und Steueridentifikationsnummern prüfen.
  3. Jeden Betrag einer clave und subclave des Datensatzes 2025 zuordnen.
  4. Null-Einbehalte und steuerfreie, aber meldepflichtige Beträge aufnehmen.
  5. Modelo 180, 216/296 und 345 abgrenzen.
  6. Zahlungsdatum, Fälligkeit und ejercicio de devengo bei Abweichungen dokumentieren.
  7. Modelo 111, Zahlungsnachweise und Modelo 190 abstimmen.
  8. Elektronisch übermitteln und den Empfangsnachweis sichern.
  9. Empfängerbescheinigungen rechtzeitig ausstellen und nach Korrekturen aktualisieren.

Häufige Fragen (FAQ)

Wird mit Modelo 190 eine offene Quellensteuerschuld bezahlt?

Nein. Modelo 190 ist die empfängerbezogene Jahresinformation. Erklärung und Einzahlung der einschlägigen periodischen IRPF-Einbehalte erfolgen grundsätzlich über Modelo 111.

Muss ein Empfänger mit Einbehalt null in Modelo 190 erscheinen?

Ja, wenn seine Vergütung zu einer erfassten Kategorie gehört. Ein wegen der Betragshöhe unterbliebener Einbehalt oder ein Satz von null beseitigt die Jahresinformation nicht automatisch.

Müssen die Summen aus Modelo 111 und Modelo 190 immer ohne Anpassung identisch sein?

Nein. Steuerfreie, nur in der Jahresinformation erfasste Beträge, Rückzahlungen und die Abgrenzung anderer Jahresmodelle können Anpassungen erfordern. Ein Null-Einbehalt oder ein abweichendes Entstehungsjahr allein rechtfertigt dagegen keine Differenz. Die Daten müssen systematisch abgestimmt und jede Abweichung nachvollziehbar dokumentiert werden.

Ist der 2. Februar die allgemeine jährliche Abgabefrist?

Nein. Allgemein gilt der Zeitraum vom 1. bis 31. Januar des Folgejahres. Der 2. Februar 2026 war das konkrete Fristende für ejercicio 2025.

Korrigiert eine Änderung der Jahresmeldung automatisch Modelo 111?

Nein. Die Jahresinformation, die periodische Autoliquidation, die Zahlung und die Empfängerbescheinigung sind getrennte Ebenen. Jede betroffene Ebene benötigt ihren eigenen Korrekturweg.

Quellen